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25.06.2019

Gewinner Bayerischer Verkehrssicherheitspreis 2019

MITEINANDER MOBIL – KINDER SICHER UNTERWEGS

Bayerischer Verkehrssicherheitspreis 2019

Der Bayerische Verkehrssicherheitspreis 2019 unter der Schirmherrschaft des bayerischen Staatsministers des Innern, für Sport und für Integration würdigt Projekte, welche sich für einen innovativen (Schul-)Weg einsetzen sowie die selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen fördern und die Verkehrssicherheit präventiv und nachhaltig stärken.

München. Für Kinder und Jugendliche gibt es zahlreiche Möglichkeiten in die Schule oder Kita oder auch zu Freunden in der Nachbarschaft zu gelangen ­– ob mit Bus und Bahn, auf dem Rad oder zu Fuß. Doch wird der Nachwuchs von den Eltern immer häufiger mit dem „Eltern-Taxi“ zum Ziel gebracht. Das führt zum einen zu chaotischen oder sogar gefährlichen Zuständen vor den Bildungseinrichtungen während der Bring- und Holzeiten. Zum anderen werden die Kinder daran gehindert, auch außerhalb des Schulwegs ihre eigene Verkehrskompetenz zu entwickeln. Damit jungen Verkehrsteilnehmern bewusst wird, wie sie sich sicher im öffentlichen Raum bewegen und mit entsprechenden Maßnahmen und Initiativen dabei unterstützt werden, wurde unter dem Motto „Miteinander mobil – Kinder sicher unterwegs“ von der Versicherungskammer Stiftung, gemeinsam mit der Landesverkehrswacht Bayern e.V. und der Bayerischen Sparkassenstiftung in den Kategorien „Alle Achtung!“ und „Gedankenblitz!“ nach Projekten gesucht, die einen maßgeblichen Beitrag zur Gefahrenprävention im Straßenverkehr leisten.

Allzeit sicher unterwegs – kreative und nachhaltige Unfallpräventions-projekte für Schulen im Rahmen der Gesundheitsregion plus Straubing

In der Kategorie „Alle Achtung!“ – dotiert mit 5.000 Euro durch die Versicherungskammer Stiftung ­– überzeugte die „Gesundheitsregion plus Straubing“ die Jury mit gleich zwei Initiativen:
Das Projekt „Mehr Sicherheit vor Grundschulen“ wird gemeinsam mit der örtlichen Polizei umgesetzt. Ziel ist es, das dichte Verkehrsaufkommen vor den Grundschulen zu entzerren. Dafür wurden Halteempfehlungen im Umfeld der Grundschulen aufgestellt, an denen Eltern ihre Kinder gefahrenlos aussteigen lassen, um die letzten Meter zur Schule zu gehen.

Die Haltepunkte wurden so gewählt, dass Kinder keine Hauptstraßen überqueren müssen oder nur an Stellen, wo Schulweghelfer ihnen zur Seite stehen. Begleitet wird die Aktion durch entsprechende Schilder und Flyer zur Sensibilisierung der Eltern. Um das Konzept nachhaltig zu verankern, werden regelmäßig Elternbriefe herausgegeben und Flyer verteilt.

Das Unfallpräventionsprogramm „P.A.R.T.Y“ (Prävention, Alkohol, Risiko, Traumen und Jugend) zielt darauf ab, 15- bis 18-jährige SchülerInnen über die Vermeidung von Verkehrsunfällen infolge von Alkohol oder Risikoverhalten mit der Wirkung realer Erfahrungen und Wahrnehmungen aufzuklären. Das Programm stammt aus Kanada und wurde in Deutschland von der AG Prävention der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie eingeführt. Die SchülerInnen verbringen etwa fünf Stunden im Klinikum in Straubing und durchlaufen in Kleingruppen mehrerer Stationen: Zunächst gibt es eine kurze Einführung mit anschließendem Vortrag eines Präventionspolizisten der Straubinger Polizei. Im Anschluss begeben sich die SchülerInnen auf den Weg eines Schwerverletzten vom Rettungswagen/Hubschrauber, Schockraum, Intensivstation, Normalstation bis hin zur Physiotherapie, wo die Jugendlichen den Rehabilitationsprozess inkl. Hilfsmittel veranschaulicht bekommen. Am Ende tauschen sie sich mit einem/einer ehemaligen Schwerverletzten aus. Dieser Tag verdeutlicht den SchülerInnen die vielfältigen medizinischen, familiären und beruflichen Konsequenzen eines schweren Verkehrsunfalls und wirkt sich so nachhaltig auf die Fahrpraxis und Denkweise der jugendlichen Fahranfänger aus.

Freie Sicht für Kinder

In der Kategorie „Gedankenblitz“ konnte sich das Projekt „Freie Sicht für Kinder“ durchsetzen, das von der Bayerischen Sparkassenstiftung ein Preisgeld von 5.000 Euro erhält. Auch bei diesem Vorhaben steht das Problem der „Eltern-Taxis“, die die Sicht auf Kinder im Verkehrsraum vor der Schule versperren im Mittelpunkt. Statt Flyer oder statischer Verkehrsschilder setzt der Projektträger, Volker Wittmann, in diesem Fall auf Technik. Ein elektronisches Erkennungssystem soll die Fahrer parkender Autos darauf aufmerksam machen, dass sie mit ihrem Fahrzeug den freien Blick auf Kinder verhindern. Nachdem es sich nicht um ein statisches System handelt, ist mit einem höheren Aufmerksamkeitswert zu rechnen, weil nur situationsbedingt gewarnt wird.

Schirmherr Joachim Herrmann erklärt: „Der Bayerische Verkehrssicherheitspreis ist eine vorbildliche Initiative, um Kindern und jungen Verkehrsteilnehmern Rücksichtnahme, vorausschauendes Handeln im Straßenverkehr und die Vermeidung gefährlicher Situationen nahe zu bringen. Die mit dem Preis ausgezeichneten Projekte und Initiativen leisten einen überaus wertvollen Beitrag, Verkehrsteilnehmer von klein auf im Straßenverkehr zu partnerschaftlichem Verhalten zu motivieren. Ob es nun der sichere Schulweg ist, das Lernen über Gefahren im Straßenverkehr oder die technische Verbesserung von Verkehrswegen – die Initiative der Versicherungskammer Stiftung greift auf vielfältige Art und Weise Themen auf, um für mehr Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen beizutragen.“

Preisverleihung am 26. September 2019 in Straubing mit Schirmherr des Preises, Staatsminister Joachim Herrmann und Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann

Wir würden uns freuen, wenn Sie bei der Preisverleihung am 26. September 2019 in Straubing dabei sind. Bei Interesse an einer Teilnahme an der Preisverleihung sowie weiteren Informationen melden Sie sich bitte bei
Frau Isabel Stier, Geschäftsführung
isabel.stier@vkb.de
089/2160 2791


Pressemitteilung zum Download (PDF/243KB)


Der Preis

Der Bayerische Verkehrssicherheitspreis, eine Auszeichnung, die es seit 1997 gibt, wird von der Versicherungskammer Bayern (seit 2014 von der Versicherungskammer Stiftung) und der Landesverkehrswacht Bayern e.V. vergeben. 2018 ist erstmals die Bayerische Sparkassenstiftung Kooperationspartner. Ausgezeichnet wird herausragendes Engagement verantwortungsbewusster Menschen, Initiativen und Organisationen, die einen Beitrag zur Unfallverhütung leisten. Dabei steht jährlich ein anderes Thema im Mittelpunkt. 2019 ist es der sichere Weg zu Schule oder in den Kindergarten.


Die Stiftungen

Die Versicherungskammer Stiftung wurde 2011 zum 200-jährigen Bestehen der Versicherungskammer Bayern gegründet. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen zum ehrenamtlichen Engagement zu befähigen, sie zu unterstützen und ihre gesellschaftliche Anerkennung zu fördern. Wir unterstützen Projekte, die sich im Bereich der Lebensrettung und Unfallvermeidung engagieren, sich der Prävention von Straftaten sowie der Sicherheit im öffentlichen Verkehr widmen oder soziale Aufgaben im Bereich der Feuerwehren wahrnehmen.

Die Bayerische Sparkassenstiftung ist Ausdruck des gesellschaftlichen Engagements der bayerischen Sparkassen und ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl. Sie fördert vielfältige Projekte von überregionaler bis bayernweiter Bedeutung und ergänzt damit die gemeinwohlorientierte Arbeit der 110 bayerischen Sparkassenstiftungen vor Ort.

Die Landesverkehrswacht (LVW) Bayern wurde am 13.07.1950 in München gegründet. Das oberste Ziel ist die Verkehrssicherheit zu fördern und Verkehrsunfälle zu verhüten. Der Ansatzpunkt für alles Tun der LVW ist der Mensch. Die LVW arbeitet entlang von Zielgruppen, das heißt, sie definiert und klassifiziert Verkehrsteilnehmer nach ihrem Alter und der Art ihrer Verkehrsteilnahme. Die wichtigsten Zielgruppen sind Vorschulkinder, Schulkinder, Radfahrer, junge Autofahrer und ältere Menschen. Jede dieser Zielgruppen ist durch bestimmte Gefährdungspotenziale charakterisiert. Hierzu bieten die LVW und die bayerischen Verkehrswachten zahlreiche Maßnahmen und Projekte an.


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