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13. November 2017

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Ehrenamt Symposium 2016

Am 13. Juni 2016 lädt die Versicherungskammer Stiftung zu ihrem dritten Ehrenamt Symposium nach München ein. Unter der Schirmherrschaft der Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Frau Emilia Müller, heißt das Thema dieses Jahr: „AKTIV IM EHRENAMT - (ent-) lohnenswert?“. Nach Impulsreferaten und moderierten Gesprächsrunden diskutieren Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu folgenden Themen:

Die Vergabe des Ehrenamtspreises der Versicherungskammer Stiftung 2016 rundet die Agenda des Tages ab. Durch die Veranstaltung führt die BR-Moderatorin Sophie von Puttkamer.
Das ausführliche Programm zur Veranstaltung finden Sie hier:


PROGRAMM zum Download (PDF/74KB)


Ehrenamt Symposium 2016





Heinz Eichinger

Heinz Eichinger
Altbürgermeister Gde. Vierkirchen / Lkdkr. DAH

Die Attraktivität bayerischer Kommunen hängt immer stärker u.a. auch davon ab, wie gut es ihnen gelingt, bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement – durch Angebote für Jung und Alt – zu fördern und zu stärken sowie Chancen und Potenziale in der Bevölkerung zu erkennen. Ziel muss eine „aktive Bürgergesellschaft“, ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe zwischen Politik und Bürger sein. Es müssen mehr Menschen als bisher bei der Suche nach Lösungen, bei der Umsetzung von Projekten und Vorhaben beteiligt werden.
Dazu bedarf es auch mehr Transparenz, eine Anerkennungskultur ist aufzubauen. Um dies allerdings zu erreichen, ist es unabdingbar, eine „Schnittstelle“ zwischen Verwaltung, Politik und Bürger zu schaffen. Das ehrenamtliche Engagement ist insgesamt bestmöglich zu aktivieren und zu fördern.

Johannes Hintersberger

Johannes Hintersberger
Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Wir wissen, dass Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen, dies nicht tun, um irgendwelche Vorteile zu erlangen oder Geld zu verdienen. Sie tun es aus einem Impuls ihres Herzens heraus. Aber dennoch – oder gerade deswegen – ist es wichtig, dieses selbstlose Engagement anzuerkennen. Wenn man nach Synonymen für das Wort „anerkennen“ sucht, dann findet man: „würdigen, achten, auszeichnen“. Ehrenamtliche für ihre unschätzbare Leistung zu würdigen, z.B. mit Ehrenamtsempfängen, sie zu achten, z.B. mit dem Ehrenamtskongress, und sie auszuzeichnen, z.B. mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt – darum geht es! Anerkennungskultur ist ein unverzichtbarer Baustein in der Bayerischen Ehrenamtspolitik!

Andreas Igl

Andreas Igl
Geschäftsführender Referent und Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr München

Anerkennung des Ehrenamts in Unternehmen
Corporate Volunteering, Programme zum Mitarbeiter-Engagement in Unternehmen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Angestellte arbeiten dabei „ehrenamtlich“ in Kindergärten, Altenheimen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Eine durchaus positive Entwicklung mit vielen Profiteuren. Weit weniger positiv resümieren Mitarbeiter, die sich z. B. bei der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr oder im Kriseninterventionsteam engagieren. Verantwortungsvolles Ehrenamt und Beruf lassen sich für viele Engagierte nur noch schwer vereinbaren. Darüber sollten wir sprechen.

Prof. Dr. Elisabeth Kals

Prof. Dr. Elisabeth Kals
Professorin für Sozial- und Organisationspsychologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Bezahlt und dennoch freiwillig tätig?
Laut Freiwilligensurvey erhielten 2009 bereits 23 Prozent der Engagierten für ihre Arbeit eine Entlohnung. Dies steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zur „Freiwilligenarbeit“. Entsprechend weisen Studien - einschließlich eigener Befunde - darauf hin, dass Bezahlung altruistische Motive und damit prosoziales Handeln hemmen kann („Crowding-Out-Effekt“). Solange dieser Effekt nicht abschließend geklärt ist, ist daher Vorsicht bei der Bezahlung von Freiwilligenarbeit geboten und das Geld andernorts sicherer investiert, z. B. für Spesen- oder Sachkosten.

Emilia Müller

Emilia Müller
Staatsministerin

Menschen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen, haben unsere Anerkennung verdient! Mit dem Ehrenamtsnachweis, der Bayerischen Ehrenamtskarte und dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt wollen wir den Ehrenamtlichen ein sichtbares Zeichen der Würdigung an die Hand geben. Sie geben freiwillig und unentgeltlich das, was in unserer hektischen Zeit oftmals das Wertvollste ist: ihre Zeit. Über das, was Staat und auch die Professionellen leisten, hinaus geben sie unserer Gesellschaft damit ein menschliches Antlitz. Dafür möchte ich mich herzlich bei den 3,8 Millionen Ehrenamtlichen in Bayern bedanken!

Sophie von Puttkamer

Sophie von Puttkamer
Sophie von Puttkamer ist Nachrichten-Moderatorin des Bayerischen Rundfunks und das Gesicht der Rundschau um 16 Uhr. Zudem präsentiert sie die Rundschau Nacht.

Gerade in den Nachrichten des Bayerischen Rundfunks ist das Ehrenamt direkt oder indirekt immer wieder Thema. Sei es aktuell durch die Hilfe bei der Flüchtlingsversorgung, bei Überflutungen, Feuerwehr- oder Noteinsätzen. Aber auch in Berichten über Bildung, Kultur und Sport sind immer auch Ehrenamtliche präsent. Und das ist gut so, denn ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre Bayern ein ganzes Stück ärmer. Umso wichtiger ist es, ihnen entsprechende Aufmerksamkeit zu geben, damit sich auch in Zukunft viele Menschen für das Ehrenamt begeistern lassen.

Leonhard Stärk

Leonhard Stärk
Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes

Finanzielle Anreize im Ehrenamt – pro und contra
Beim ehrenamtlichen Engagement müssen die Gemeinwohlorientierung, die Freiwilligkeit und die Unentgeltlichkeit im Vordergrund stehen. Einheitliche, verbindliche Regeln für das Ehrenamt gibt es nicht – die Höchstgrenzen des Steuerrechts eignen sich nicht für eine klare Abgrenzung von Ehrenamt zu nebenberuflicher Beschäftigung. Dennoch werden wir heute in der Zeit der hohen beruflichen Leistungsverdichtung immer wieder auf finanzielle Anreize angesprochen. Es kommt jetzt darauf an, eine klare Grenze zu finden zwischen Motivationssicherung und der Rettung des Ehrenamtes. Mischformen bergen erhebliche Risiken.

Stephanie Ralle-Zentgraf

Stephanie Ralle-Zentgraf
MSD SHARP & DOHME GMBH, Manager Corporate Communications & Responsibility, Health Policy & Communications

MSD. Für eine gesündere Welt. Jeden Tag aufs Neue.
Als Mitarbeiter eines global agierenden Gesundheitsunternehmens übernehmen wir täglich Verantwortung bei der Entwicklung von Lösungen für Gesundheitsprobleme.
Mit dem Programm „Ich engagiere mich!“ gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Alle MSD Mitarbeiter können bis zu 20 h/Jahr in sozialen Projekten ihrer Wahl mitarbeiten – freiwillig und ohne Gehaltseinbuße. Seit 2009 haben wir uns in Deutschland rund 4.400 h engagiert; weltweit waren es allein 2012 fast 220.000 h. Mit dieser Initiative gehört MSD zu jenen Unternehmen, die nicht nur über eine neue Kultur eines sozialen Miteinanders reden, sondern an ihrem Aufbau mitwirken.

Dr. Gertraud Burkert

Dr. Gertraud Burkert
Bürgermeisterin a.D. der Landeshauptstadt München

Ideelle Anerkennungsformen für Ehrenamtliche.
Anerkennung ist die „Währung“ im Ehrenamt, denn es geht um menschliche Begegnungen und nicht um Erwerbsarbeit. Deshalb spielt die gegenseitige Anerkennung von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen eine entscheidende Rolle für das produktive Zusammenwirken. Sie reicht von direkter, persönlicher Anerkennung über Formen der öffentlichen Würdigung bis hin zu Ehrungen und Auszeichnungen. Die meisten ehrenamtlich Tätigen wünschen sich ein persönliches Gesehen-werden von den Professionellen und oft haben Sätze wie „Danke, dass Sie das machen“ oder „Das haben Sie gut gemacht“ bereits die größte Wirkung.


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